Verwertungskonzept

Die Klärschlamm-Kooperation M-V verfügt über ein eigenes Klärschlammverwertungskonzept.

Das Verwertungskonzept beinhaltet folgende Kernaussagen:

  • Landwirtschaftliche Klärschlammverwertung soll dort erfolgen, wo es weiterhin möglich ist (betrifft ab dem 01.01.2015 ca. 23 % der Klärschlämme der Klärschlamm-Kooperation M-V)
  • Monoverbrennung statt Mitverbrennung (betrifft ab dem 01.01.2015 ca. 77 % der Klärschlämme der Klärschlamm-Kooperation M-V)
  • Favorisierung einer kommunalen Landeslösung zur Schaffung von Monoverwertungskapazitäten

Allgemeine Verwertungsstrategie

Die Klärschlamm-Kooperation M-V strebt entsprechend des Kreislaufwirtschaftsgesetzes eine Verwertung des Klärschlamms an. Das Grundprinzip der Abfallhierarchie ist die Basis der Klärschlamm-Kooperation M-V:

Entsprechend der Abfallrahmenrichtlinie wird in jedem Fall der Verwertungs- bzw. Entsorgungspfad genutzt, der das beste Ergebnis unter dem Aspekt des Umweltschutzes erbringt.

Dort wo eine stoffliche Verwertung in der Landwirtschaft und im Landbau gegenwärtig nicht möglich ist, wird Klärschlamm verbrannt werden müssen. Es wird grundsätzlich eine stoffliche Verwertung der Klärschlammasche, möglichst mit Phosphorrückgewinnung, angestrebt. Darüber hinaus wird auf eine sehr weitgehende energetische Verwertung des Klärschlamms im Rahmen der Klärschlammverbrennung fokussiert.

Kurzfristige Verwertungsstrategie

1. Landwirtschaftliche Klärschlammverwertung

Einerseits ist die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung in hohem Maße gesetzlich reglementiert und überwacht, so dass nach gegenwärtigem Ermessen keine oder nur eine geringe Gefährdung für die Umwelt von diesem Entsorgungsweg ausgeht. Andererseits wird das Einbringen anthropogener Reststoffe (gerade wenn diese fäkalen Ursprungs oder endokriner Natur sind) in den Nahrungsmittelkreislauf als Bedrohung im Sinne der Daseinsvorsorge empfunden. Gegenwärtig entspricht die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung in hohem Maße dem Verwertungsgrundsatz und wird daher solange ein fester Bestandteil der Verwertungsstrategiesein, bis reale Gründe wie jene der Daseinsvorsorge, der Wirtschaftlichkeit, der Entsorgungssicherheit und gesetzliche Vorgaben auf Bundesebene gegen eine landwirtschaftliche Klärschlammverwertung sprechen.

2. Thermische Klärschlammentsorgung

Seit dem 01.01.2015 erfüllen 77 % der Klärschlämme der KK M-V nicht mehr die Grenzwerte der Düngemittelverordnung bezüglich Kupfer, Cadmium oder Quecksilber.

Aufgrund des Fehlens an thermischen Entsorgungskapazitäten im Rahmen der KK M-V, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern wird diese Klärschlamm-Menge über den freien Markt entsorgt.

Mittelfristige Verwertungsstrategie

1. Landwirtschaftliche Klärschlammverwertung

Bei Umsetzung der Aussagen des Koalitionsvertrages der 18. Bundesregierung von Dezember 2013 wird die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung mittelfristig keine oder nur noch eine untergeordnete Rolle im Rahmen der Verwertungsstrategie der KK M-V spielen können. Da es gegenwärtig noch keine konkreten Gesetzesvorlagen zur Umsetzung des Koalitionsvertrages im Bereich der Klärschlammentsorgung gibt (Novelle der Abfallklärschlammverordnung), wird die Verwertungsstrategie der KK M-V zunächst auch mittelfristig die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung nicht völlig ausschließen.

2. Thermische Klärschlammentsorgung

Es ist das Ziel der KK M-V, mittelfristig die Errichtung einer Monoklärschlammverbrennungsanlage voranzutreiben.

Die KK M-V ist offen für die beste verfügbare Technologie. Aufgrund der großen Bedeutung dieser Monoklärschlammverbrennungsanlage für einen Teil der Klärschlammproduzenten in M-V bzw. für das gesamte Bundesland, finden im Rahmen dieser Strategie nur Verfahrensweisen und Technologien eine Berücksichtigung, die erprobt und zuverlässig sind.

Im Verwertungskonzept der KK M-V wurde nachgewiesen, dass mit steigender Kapazität einer Monoklärschlammverbrennungsanlage die spezifischen Kosten sinken. Aus diesem Grund beabsichtigen die heutigen Gesellschafter, weitere Klärschlammproduzenten in M-V in die Gesellschaft aufzunehmen.